Chronik des Posaunenchores

Chronik des Schorndorfer Posaunenchors

„Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem König!“ (Psalm 98,6)

Im Winter 1897/1898 hat der damals schon 68 Jahre bestehende Grunbacher Posaunenchor die Gründung eines Posaunenchores im Jünglingsverein Schorndorf angeregt. Dies hat dazu geführt, dass bereits im Februar 1898 ein Posaunenchor mit den fünf Gründungsmitgliedern David Palmer (Chorleiter), Karl Kurz, Ernst Daiber, Jakob Daiber und Johannes Veil ins Leben gerufen wurde.

An einem Adventssonntag desselben Jahres ist die Kirchenmusik, jener Bläserchor, der an Sonn- und Feiertagen das “Abblasen” der Choräle vom Kirchturm übernahm, gegründet worden.

Dies war bisher die Aufgabe der “Stadtmusik”, welche 1898 nicht mehr über die entsprechenden Kräfte verfügte, um diesen schönen und alten Brauch weiterzuführen. Daneben hat diese lange Jahre bestehende Gruppe auch die musikalische Gestaltung der Gottesdienste und das Blasen bei Beerdigungen übernommen.

Im November 1902 hat der jetzt bereits aus 11 Bläsern bestehende Posaunenchor erstmals seine Danklieder auf dem umgebauten Kirchturm erschallen lassen. Da die eiserne Wendeltreppe noch nicht ganz fertiggestellt war, war zum Besteigen die Erlaubnis der Bauleitung erforderlich. In dieser Zeit besuchte der Chor vor allem die Gauversammlungen der Posaunenchöre der Jünglingsvereine des Rems- und Murrtales und hat regelmäßig bei Vereinsversammlungen geblasen und Ausflüge zu Brudervereinen durchgeführt.

Im Jahr 1911 ist wegen Meinungsverschiedenheiten die Tätigkeit für kurze Zeit unterbrochen worden. Zu Johannes Ott, Georg Mühlhäuser und Andreas Mühlhäuser sind die Bläser Albert Lutz, Karl Dehlinger, Gottlob Trogler, Hermann Hipp, Christian König, Rudolf Schaaf, Paul Palmer sowie Karl Schock und Hermann Schock nach dieser Unterbrechung hinzugekommen.

Zu diesem Zeitpunkt wurde auf die sogenannten Kuhlogriffe umgestellt, um mit Orgel, Klavier und Harmonium gemeinsam spielen zu können.

Im ersten Weltkrieg mussten die meisten Bläser an die Front. Viele kamen aus diesem Krieg nicht zurück. 1919 war das Vereinsleben jedoch wieder in vollem Gange. Auch der Posaunenchor war wieder aktiv und mit ihm gleichzeitig ein Männerchor. Die Leitung beider Chöre lag in den Händen von Albert Lutz.

Beim Bezirksposaunentag 1936, den der damalige Bezirksposaunenwart Albert Lutz leitete, haben die politisch Verantwortlichen das vorgesehene Abschlussblasen auf dem Marktplatz verboten, um angeblich Ruhe und Ordnung zu erhalten. Im Mai 1938 konnte im Rahmen des Bezirksposaunetages das 40jährige Jubiläum gefeiert werden. Diesmal war das Choralblasen auf dem Marktplatz erlaubt. Bei dieser Veranstaltung wirkte auch der damalige Landesposaunenwart Hermann Mühleisen mit. Im Oktober 1938 verstarb völlig unerwartet Albert Lutz. Er hat sich durch seine langjährige Tätigkeit für den Posaunenchor, den Bezirk und das gesamte christliche Vereinsleben große Verdienste erworben.

Hermann Schock übernahm den Chor und war ab diesem Zeitpunkt 10 Jahre Bezirksposaunenwart. 1954 feierte Hermann Schock sein 50jähriges Bläserjubiläum, beendete sein Amt und wurde zum Ehrendirigenten ernannt.

Am 27. Dezember 1948 feierte der Chor sein 50jähriges Jubiläum. 1953 sind Christian Bonasch für 40jährige, Eugen Hellerich für 30jährige und Karl Holtz für 20jährige Zugehörigkeit zum Posaunenchor geehrt worden.

Als 1961 die Stadtkirche renoviert und die neue Orgel eingebaut wurde, übernahm der Posaunenchor fast zwei Jahre lang die musikalische Gottesdienstgestaltung mit Unterstützung durch benachbarte Posaunenchöre.

Am 17. März 1973 wurde das 75jährige Jubiläum gefeiert, ein weiterer Höhepunkt war die Reise nach Ungarn im Jahr 1982.

Mit den Jahren hat sich viel verändert, die Musik ist vielfältiger geworden und um moderne Swing- und Poparrangements oder Gospels erweitert worden und Bläserinnen wurden selbstverständlich.

1998 feierten wir unser 100jähriges Jubiläum mit einem Jubiläumskonzert und einem Festgottesdienst in der Stadtkirche gefeiert.

Heute besteht der Posaunenchor aus ca. 25 aktiven Bläserinnen und Bläsern im Alter zwischen 8 und 83 Jahren und seit März 2015 ist Sophie Pope unsere Dirigentin.

Wir freuen uns weiterhin über Neu- und Wiedereinsteiger/innen!

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Hier noch eine Auflistung aller Dirigenten und Vorstände des Schorndorfer Posaunenchors (ab 1954 wurden Dirigenten- und Vorstandsamt getrennt):

Dirigenten und Vorstände:

1898-1911: David Palmer

1911-1913: August German

1913-1914: Johannes Ott

1914-1915: Karl Dehlinger

1919-1938: Albert Lutz

1938-1954: Hermann Schock

Dirigenten:

1954-1960: Fritz Lutz

1960-1963: Günther Koloska

1963-1966: Fritz Lutz

1966-1970: Dieter Wenger

1970-1972: Fritz Lutz

1972-1976: Gunther Schaible

1977-1981: Dieter Wenger

1982-1989: Martin Betsch

1990-1997: Eberhard Jakschitsch

1997-2005: Markus Heinlein

2006-2015: Dieter Wenger

ab 2015: Sophie Pope

Vorstände:

1954-1962: Fritz Lutz

1962-1970: Eugen Scheuing

1970-1974: Imanuel Retter

1974-1975: Wilhelm Althaus

1975-1976: Fritz Lutz

1976-1978: Volker Gaiser

1978-1992: Werner Hofmann

1992-2002: Richard Gaupp

2002-2015: Rolf Klostermann

2015-2016: Vorstandsteam aus Albrecht Burkhardt, Phil-David Hettinger, Gerhard Rall, Paul Stöckle und Hans Wanzke

ab 2017: Vorstandsteam aus Albrecht Burkhardt, Gerhard Rall und Simon Heckmann

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